Cat Patrick: Die Fünf Leben der Daisy West

Klappentext:
„Daisy ist fünfzehn und schon mehr als einmal gestorben. Doch ein Wundermittel namens Revive holt sie jedes Mal zurück und so lebt Daisy waghalsig und riskant. Jeder Tod bedeutet für sie allerdings eine neue Stadt und ein neues Leben, denn das Mittel ist hochgeheim. Daisy ist Versuchsobjekt in einem streng abgeschotteten Programm. An ihrer neuen Schule findet sie in Audrey zum ersten Mal eine beste Freundin. Als sie sich auch noch Hals über Kopf in deren Bruder Matt verliebt, lässt sie sich endlich voll auf das Leben ein. Daisy fängt an das Geheimsystem rund um Revive zu hinterfragen. Doch sie weiß auch: Wenn sie aufbegehrt, könnte ihr nächster Tod endgültig sein…“

Dieses Buch habe ich aus der Empfehlungsliste der Mayerschen Buchhandlung. Soweit ich das noch in Erinnerung habe, haben sogar zwei Mitarbeiter diesen Titel positiv bewertet. Das hat mich neugierig gemacht und ich habe mir den Klappentext bei Amazon durchgelesen. Wäre die Sache mit dem geheimnisvollen Revive-Mittel nicht, hätte ich das Buch ganz sicher nicht in die Hand genommen. Der Rest klingt nämlich nach einem typischen, durchschnittlichen Teenie-Roman.
Nun schien es aber doch eine etwas weitere Ebene zu haben, als die eben genannten, weshalb ich mich bei der Bücherhalle danach umsah. Ich wollte ehrlich gesagt kein Geld dafür ausgeben, da ich mir nicht sicher war, ob es mir wirklich gefallen wird.
Leider hatte diese das Buch nicht im Bestand und ich schlug es sofort vor. Keine Woche später habe ich bereits eine Mail bekommen, dass sie das Buch aufnehmen und ich wartete seitdem in der Warteschleife, bis ich es dann am Freitag abholen konnte.
Und ich habe es an einem Tag durchgelesen. Das ist zweifelsohne das erste Buch, das ich in einem Zug durch hatte, was mich aber auch ehrlich gesagt wundert.

Denn es lag weit hinter meinen Erwartungen.

Ich hatte auf eine Geschichte gehofft, die mich tief berührt, mich mit den Charakteren mitleiden lässt und mir eine Gänsehaut verpasst. Wirkte der Prolog noch genau so erschütternd und spannend, verfiel die Story viel zu schnell in einen langweiligen Trott. Daisy, die nach ihrem erneuten Tod wieder die Stadt wechseln muss, findet direkt am ersten Schultag eine Freundin und verliebt sich sofort in dessen Bruder. Es wird nur von einem Tag auf den anderen Tag erzählt, an dem völlig normale Dinge passieren.

Selbst, als man von Audreys Krankheit erfährt, hat es das Buch nicht geschafft Gefühle rüberzubringen. Es wirkte alles sehr oberflächlich und die Charaktere waren mir allesamt viel zu farblos. Der einzige, der mir im Ansatz gefallen hat, war Mason, Daisys „Vater“. Er war der einzige, der wirklich tiefe ausstrahlte. Alle anderen waren absoluter Durchschnitt und nichts besonderes.
Erst auf den letzten 40-50 Seiten wurde es wirklich spannend – und dafür kam das Ende dann aber zu schnell. Zudem hat es mir nicht gefallen, weil es ein typisches, langweiliges war.

Ich hatte mir wirklich mehr Gefühl erhofft und einen tiefen Einblick in Daisys Unterbewusstsein; denn, dass man so oft gestorben ist und das keine bleibenden Eindrücke hinterlässt, außer, dass man vor nichts mehr Angst hat, war nicht wirklich überzeugend. Das Buch handelt vom Leben und vom Tod, aber dafür war es mir zu alltäglich; ebenso Daisy. Sie hat mir auch überhaupt nicht gefallen. Sie hatte weder Witz, noch Charme. Alles, was sie sagte, wirkte naiv – womit wir zum Hauptpunkt kommen. Meiner Meinung nach strahlt das Buch eine Sache aus – Naivität. Daisy vertraut allen – und das sofort und absolut blind. Strengvertrauliche Geheimnisse (selbst welche, die sie selbst in Gefahr bringen könnten) bespricht sie mit ihrer Freundin Megan über das Telefon oder schreibt einen öffentlichen Blog, obwohl sie mehrere Male gestorben ist.
Wenn es wirklich so ein Projekt geben würde, wäre eines sicher: Dass es ganz sicher so nicht laufen könnte.

Nun, ich habe das Buch aus gegebenen Gründen auf Deutsch gelesen, daher kann ich nicht viel zum Schreibstil sagen. Die Übersetzung war gut, aber wie die Geschichte erzählt wurde, zu schnell, zu unemotional, hat mir nicht gefallen. Wenn etwas passiert war, wurde es kurz erwähnt und das war es meistens schon. Danach wurde sich wieder mit Alltäglichem beschäftigt.

Schade, ich bin wirklich enttäuscht, da ich gehofft hatte, mal ein sehr emotionales Buch mit fantastischen Elementen zu lesen, was sonst ja eher weniger Einzug in mein Bücherregal findet.

Doch leider ist es genau das, was ich zu anfangs vermutet hatte:
Ein durchschnittliches Jugendbuch mit einer Geschichte, die viel mehr Potenzial hat, nur jenes leider nicht ansatzweise ausgeschöpft wurde.
Xoxo,

The Princess

E.L. James: Fifty Shades of Grey

Ja, ich habe es auch getan. Ich habe mir tatsächlich Fifty Shades of Grey gekauft. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich das niemals für möglich gehalten hätte.

Dieses Buch ist momentan in aller Munde und das ist für mich eigentlich genau der Grund, mir so eines nicht zu holen. Aus Erfahrung sind das nämlich meistens Bücher, die nicht unbedingt toll oder extrem ansprechend für mich sind. Man siehe nur die ganzen Twilight-Sachen.

Aber der Hype, beziehungsweise die Art und Weise wie über dieses Buch gesprochen wurde – als Skandal, Blödsinn, wie könne man nur über so etwas schreiben – ließ mich dann doch hellhörig werden und ich schaute mich bei Amazon um. Da ich meine Literatur immer gern im Original lese war mir klar, dass ich mir gleich die englischen Ausgaben hole. Das gute daran ist ja, dass bereits alle drei Romane in Amerika erschienen sind und so konnte ich ein Schnäppchen ergattern.

Ich habe alle drei Bände in einem hübschen Schuber für gerade einmal 21 Euro bekommen. Da kann man meiner Meinung nach nicht meckern.

Ehrlich gesagt konnte ich immer noch nicht glauben, dass ich diese Bücher erstanden hatte, als das Paket bei mir ankam. Das war so völlig untypisch für mich, aber irgendein Drang in mir einmal bei so etwas mitsprechen zu können, obwohl ich mich sonst strikt gegen so etwas wehre – hier wieder das Twilight-Beispiel oder Feuchtgebiete, welche ich alle nicht gelesen habe – war wohl größer als meine Vernunft, die ohnehin die ganze Zeit schrie, dass es mir sowieso nicht gefallen werde und wie ich nur „so viel“ Geld dafür ausgeben könnte.

Dennoch begann ich sofort zu lesen und bereits nach einigen Seiten viel mir auf, was so viele kritisierten: der recht einfach gehaltene Schreibstil und die Vokabeln, die sich stets wiederholten. Aber ganz ehrlich… da habe ich schon viel schlimmeres gelesen. Die Edelstein-Trilogie als wunderbares Beispiel.

Demnach war es nichts, was mich groß störte und über das ich das ganze Buch über hinwegsehen konnte.

Doch erst einmal möchte ich die Story umreißen.

Es geht um die junge Literaturstudentin Anastasia Steele (endlich mal ein Buch mit hübschen Namen!), welche einen CEO einer großen Firma interviewen soll, weil ihre Freundin erkrankt ist, die das Gespräch eigentlich führen sollte.

Völlig unvorbereitet begibt sie sich zu dem Mann, von dem sie nichts weiter weiß, als den Namen. Christian Grey.

Nachdem jener erschienen ist und Anastasia lediglich Fragen von Karteikarten herunterrasselt, weil sie aufgrund seines guten Aussehens komplett von ihm eingeschüchtert ist, und das Interview bereits nach kurzer Zeit zu einem Ende kommt, ist Mr. Grey sehr zuvorkommend ihr gegenüber und hat Anastasia komplett in seinen Bann gezogen.

Sie wünschst sich nichts lieber als ihm wieder zu begegnen, obwohl sie mit Männern sonst rein gar nichts am Hut hat.

Nach einer kurzen Weile meldet er sich wieder bei ihr und zwischen den beiden entwickelt sich etwas, von dem Anastasia eine ganze Weile nicht erfassen kann, was genau es ist.

Immer wieder rät Christian ihr zudem, sich von ihm fernzuhalten, weil er nicht gut für sie wäre, aber das bringt Anastasia nur noch mehr dazu, ihn zu wollen.

Daraufhin bringt er sie in einen Raum – wie sie es nennt, den Red Room of Pain. Ein Zimmer voller Spielzeug für Erwachsene, jeder Menge Bondage-Möglichkeiten und so weiter. Er sagt ihr, dass er sie als Untergebene möchte, woraufhin sie einen Vertrag unterzeichnen soll.

Anastasia, noch Jungfrau und völlig fremd in dieser Welt, zögert zuerst, aber sie kann Christian nicht widerstehen, woraufhin er sie in seine Vorlieben einweist…

Nun, es gibt eine Sache, die ausdrückt, wie gut mir dieses Buch gefallen hat. Ich fahre sehr oft mit der Bahn und muss manchmal sehr hetzen, um einen Bus oder eine Bahn zu bekommen, damit ich nicht lange warten muss. Jedes Mal, wenn ich das Buch dabei hatte und es knapp werden konnte, sagte ich mir selbst: Du brauchst dich nicht zu beeilen. Wenn du zu spät kommst ist das gut, so hast du mehr Zeit Fifty Shades of Grey zu lesen.

Ich weiß ganz genau, dass dieser Gedanke mir noch nie in meinem Leben durch den Kopf gegangen ist.

Und ehrlich gesagt verstehe ich das Gekeife und Empört-sein über dieses Buch überhaupt nicht. Zunächst einmal dauert es sehr lange, bis sie sich überhaupt näher kommen und zweitens ist es meiner Meinung nach nicht unbedingt sehr außergewöhnlich, was sie im ersten Band miteinander getan haben. Lediglich die Idee eines Vertrages fand ich leicht irritierend.

Sie waren immer nur unter sich und er überfiel sie nicht gerade mit seinen Ideen. Er hat sie immer um ihre Erlaubnis gebeten und ihr die Zeit gegeben, darüber nachzudenken.

So, wie die Kritiken waren, dachte ich, dass er sie von einem Sado-Maso-Schuppen zum nächsten schleppt und sie auch noch weitergereicht wird. Das wäre etwas, wo ich sagen würde: Okay, da kann ich die Empörung verstehen.

Aber so? Nein. Überhaupt nicht. Typisch deutsch, wie immer. Total verklemmt.

Im übrigen mochte ich die beiden Charaktere auch sehr gerne. Ja, klar, Anastasia ist sehr einfach gestrickt, aber was mir so gut an ihr gefallen hat war ihr Selbstbewusstsein. Schon bald war ihr klar, was genau sie will und was nicht – aber immer noch so, dass man auch noch darüber reden und Kompromisse schließen könnte.

Das gleiche gilt für Christian, welcher einige Facetten mehr (Fifty Shades eben) zu bieten hat und ich ihn selbst am Ende des Bandes nicht komplett einschätzen konnte.

Ich freue mich schon sehr darauf den zweiten Band zu lesen und bin gespannt, ob er mir genauso gut gefällt, wie der erste. Er ließ sich sehr schnell lesen und ich bin der Meinung, dass alle Handlungen der Charaktere völlig nachvollziehbar waren. So sehr, dass ich die ein oder andere Träne am Ende verdrückt habe, da ich wohl nicht anders gehandelt hätte.

Mein Abschlussfazit dazu lautet:

Manche Deutsche sind einfach zu prüde!

Xoxo,

The Princess