Assassin’s Creed 3: Fazit, Ende Hauptstory / Spielstunde 35

Nachdem ich nun die meisten Side-Quests auch durch habe und zum gefühlten hundertsten Male die Haytham-Level spiele, möchte ich ein abschließendes Fazit schreiben.
Aber ich muss ehrlich sein. Ich kann nicht genau sagen, wie ich den dritten Teil nun wirklich fand.

Connor hat mich bis zum Schluss genervt, da auch der Endkampf alles andere als imposant war. Ich hatte mir mehr erhofft; auch am Ende von Kapitel 11.
Ooooh, es stört mich so sehr nichts darüber schreiben zu können ohne jemanden zu spoilern…

Die Story hat mir aber auch bis zum Ende gut gefallen und sie hat einen soliden Abschluss gefunden.
Doch eine Sache störte mich, wenn ich die Hauptauftragsattentate ausgeübt hatte. Bei den alten Teilen hatte ich das Gefühl das richtige zu tun, die richtigen zur Rechenschaft zu ziehen. Aber mit jedem weiteren Portrait, das Connor durchstrich, wurde die Empfindung in mir größer, dass er nicht das richtige tat.

Das wurde mir besonders klar, als er in sein Dorf im letzten Epilog-Kapitel kam und mit dem Herren dort sprach.

Ja, natürlich, die Gegner mussten besiegt werden, da will ich auch nichts dran rütteln. Aber ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass es nicht die richtigen getroffen hatte. Ja, sie haben schlimme Dinge getan und ja, sie hatten für einige dieser den Tod verdient. Doch bei den meisten war der Grundgedanke ein guter und er wurde nur falsch in die Tat umgesetzt.

Deshalb und sowieso wirkte Connor durchgehend auf mich wie ein fahriger, rachsüchtiger Sturkopf, der alles auf seinem Weg zermalmt ohne Fragen zu stellen. Das bedauere ich, da er deshalb nichts von der achtungsgebietenden Eleganz seiner Vorgänger hatte.

Diese, jedoch, versprühte Haytham umso mehr.
Oh, wie ich die Level geliebt habe, als man mit ihm und Connor spielte.
Das waren die Level, die ich aus allen Spielen am liebsten mochte. Sie hatten Witz, Charme und Spannung.

Und diese sind auch genau der Grund, warum ich nicht sagen kann, wie ich das Spiel nun bewerte. Sie waren so anders, als die anderen, welche mir nur mittelmäßig gefallen haben – aufgrund der Dinge, die ich in meinem ersten Beitrag zu AC 3 genannt hatte.
Denn mit dem Kampfsystem bin ich bis zum Schluss nicht warm geworden; auch wenn es irgendwann nicht mehr ganz so frustrierend war.
Die Neuerungen wie die Marinemissionen und das Jagen habe ich nicht mehr als nötig gespielt. Wie schon gesagt, war zwar eine ganz nette Idee, aber für mich uninteressant.
Auch, dass Connor keinen festen Bezugspunkt hatte, außer Achilles, fand ich schade. Ich habe Leonardo da Vinci sehr vermisst, da er immer eine gewisse Leichtigkeit und frische in die Szenen brachte, während Achilles kaum greifbar erschien.
Schlimm war auch, dass der Sound nicht gut abgemischt war. Die Lautstärke variierte stark und die Sprecher wurden meistens vom Soundtrack oder Nebengeräuschen überdeckt. Und ja, ich habe die Einstellungen in den Optionen schon verändert und dieses Phänomen tauchte trotzdem immer wieder auf.

So blieben die einzigen Punkte, die ich den anderen Spielen vorziehen würde folgende:

Die Grafik
Der Soundtrack
Die unglaublich guten deutschen (!!) Synchronsprecher, obwohl ich sonst immer das Original favorisiere

Und definitiv Haytham!!!

Ich habe immer darauf gewartet, dass bei AC mal ein Charakter auftaucht, den ich wirklich über alles mag. So, wie bei Devil May Cry Dante.
Altair mochte ich immer lieber als Ezio, da dieser mir manchmal zu selbstbewusst war. Aber mir fehlte, wie ich irgendwann überraschend feststellte, sein wunderschöner italienischer Akzent (in der englischen Version). Doch beide hatten mich nie so überzeugt, dass ich sie wirklich zu meinen All-Time-Favorites ernannt hätte.
Aber ich hatte keine fünf Minuten mit Haytham gespielt und ich wusste:

Da ist er endlich.

Ich habe das ganze Spiel über stets darauf gewartet, dass er wieder auftaucht und freute mich jedes Mal wie ein Schnitzel wenn er auch nur für einige Momente zu sehen war (oder auch nur erwähnt wurde).
Und jedes dieser Male stahl er Connor mehr als nur die Show.

Der Hauptcharakter wurde zu einer unwichtigen, blassen Nebenfigur, die dem trockenen Humor und der enormen Stattlichkeit Haythams nicht gewachsen war.

Lediglich die Szene als Connor Haytham packte und mit ihm aus dem Fenster stürzte, während jener noch mitten im Satz war, brachte mich zum schmunzeln. Das war das einzige Mal, dass er Haytham ebenbürtig war.

Wäre Haytham also nicht gewesen, hätte ich das Spiel verflucht.

Doch da er nun mal dabei war und es mir somit endlich einen Lieblingscharakter brachte, teilt es sich den zweiten Platz mit AC: Revelations, hinter AC: Brotherhood und vor AC 1 und 2. Denn dieser Fakt überdeckt all die schlechten Dinge, die mir aufgefallen sind, auch wenn das Spiel so ein zwiespältiges Gefühl in mir hinterlässt.

Im übrigen habe ich mir das Buch „Assassin’s Creed: Forsaken“ von Oliver Bowden gekauft. Es behandelt von vorne bis hinten Haythams Geschichte. Ich bin noch nicht durch, aber wenn ich es bin, weiß ich zu hundert Prozent, dass ich die Hauptstory noch einmal spielen werde.

Und keiner der vorangegangenen Teile hat es  je bei mir geschafft ein zweites Mal komplett durchgespielt zu werden.

Xoxo,

Princess

Foto von Ign.com

Advertisements

2 Kommentare zu “Assassin’s Creed 3: Fazit, Ende Hauptstory / Spielstunde 35

  1. Im großen und ganzen kann man sagen das es nicht der „Überhammer“ ist, wie es oft auf anderen Seiten dargestellt wird, jedoch ist es für Dich besser als die anderen Teile…

    Dann dürfte es eigentlich Wert sein es zu kaufen, jedoch sollte man sich nicht von der Werbung anstecken lassen und nicht zuviel erhoffen!

    Ich denke das ich mir das Spiel jetzt doch noch zulegen werde und bin schon auf meine Eindrücke gespannt…auf jeden Fall Danke für die ehrlichen Worte…mal was anderes als alles was ich bis jetzt gelesen habe!

    • Ja, das sehe ich auch so. Einige Artikel in Zeitschriften (wie in der aktuellen PS3M) sind zwar toll geschrieben, erschaffen aber eine viel zu hohe Erwartung. Und diese erfüllt das Spiel, meiner Meinung nach, nicht gänzlich.

      Danke 🙂 Ich hoffe mit meinen Reviews Leuten zu helfen, daher bin ich da immer komplett ehrlich. Wenn überall stehen würde, dass etwas absolut toll ist, obwohl es das nicht ist, was nützen einem dann die ganzen Beiträge?

      Wie gesagt, was das Spiel für mich besser gemacht hat im Gegensatz zu den anderen, war diese Vater-Sohn-Sache zwischen Connor und Haytham. Auch wenn ich mit Connor gespielt habe schien das die ganze Zeit über allem zu schweben und beeinflusste meine Überlegungen bezüglich der ganzen Geschichte. Das hat mir sehr gut gefallen, da ich eher jemand bin, der auf Story steht, als auf Action ohne Sinn und Verstand.
      Und die Grafik natürlich. Besonders das Theater im ersten Level hat mich sprachlos werden lassen.

      Ich hoffe du schreibst mir, wie du das Game findest! Würde mich wirklich sehr freuen 🙂

      LG

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s