Cosmopolis

Robert Pattinson wird mir niemals gefallen…..!

Das Kino:

Cinemaxx, wie immer grundsolide. Alles lief gut.

Das Publikum:

Mehr, als ich gedacht hatte, um die zwanzig-dreißig Leute, ab fünfundzwanzig bis sechzig Jahre. Keine nervigen, kleinen Teenies, die ich doch so erwartet habe.
Ich saß dieses Mal ganz am Rand in der hintersten Reihe, damit mich ja keiner nervt. Und voila! Es hat geklappt. Es saß nur ein älterer Herr drei Plätze neben mir, aber der war sehr ruhig. Super. Und ich habe lange keinen Film mehr gehabt, bei dem so viele während der Vorstellung gegangen sind. Zehn-Fünfzehn waren es sicher.

Der Film:

Nun, ich habe mir, wie meistens, nur ein paar Randnotizen eingeholt, bevor ich ihn mir angesehen habe. Ein kurzer Trailer und die Zusammenfassung auf der UCI-Page hatten mich dann schlussendlich überzeugt, denn es schien in dem Film nur um drei Dinge zu gehen. Sex, Gewalt, Geld. Und das alles auf einem hohen Niveau.

Bravo, so etwas schaue ich doch gerne.

Die Aussicht auf einen ähnlich grandiosen Film, wie als Beispiel Inception, der für mich den niveauvollsten und intelligentesten darstellt, ließ mich die Tatsache, dass Robert Pattinson die Hauptrolle spielte, komplett ignorieren und ich dackelte also ins Kino.
Ich würde jetzt gerne mit einer kurzen Zusammenfassung der Story fortfahren, aber meiner Meinung nach kann man diesen Film nicht in Worten widerspiegeln. Er lebt von unterschwelligen Emotionen und Bildern, die die Gedanken anregen und es daher schwer machen, ein gutes Resümee zustande zubringen.
Im groben geht es um ein junges Finanzgenie, das in seiner teuren Limousine eigentlich nur zum Friseur fahren möchte. Dieses gestaltet sich durch mehrere, parallel stattfindende Ereignisse alles andere als gewohnt glatt und zieht sich über den ganzen Tag hinweg.
Dabei taucht man mit jeder Minute weiter ein in die Psyche und das Leben des jungen Mannes namens Eric Packer ein und geht dennoch am Ende hinaus ohne irgendeine zufriedenstellende Antwort erhalten zu haben.
Einige Szenen sind recht kontrovers und er ist alles andere als leicht zu verstehen. Man muss sich schon anstrengen, um Erics Gedanken komplett nachvollziehen zu können. Besonders eine Szene am Basketballplatz hat mich noch einige Minuten beschäftigt bis ich sein Handeln komplett erfasst hatte.

Eric ist seines Lebens müde, obwohl er doch alles hat. Er ist stark depressiv und daran kann niemand etwas ändern. Im Gegenteil; er scheint von seiner täglichen Routine – die er sich selbst auferlegt hat – gelangweilt und will dem Käfig seiner Limousine entkommen und sucht die Gefahr. Sein vieles Geld scheint ihm nur Mittel zum Zweck und er scheint schon lange keine Freude mehr zu erfahren.
Seine Reserviertheit kostet ihn die ein oder andere menschliche Beziehung und er erfährt nur Nähe, wenn er mit etlichen Frauen schläft.
Im Gegensatz dazu stand die tägliche Untersuchung durch einen persönlichen Arzt. Vielleicht war es ein Muster, das er zu einer Zeit eingeführt hat, als er noch Spaß am Leben hatte. Nur sein Kontrollzwang bringt ihn jetzt, in dieser depressiven Phase, weiter dazu, den Arzt in seine Limousine zu lassen. So habe ich das jedenfalls interpretiert.

Nun, ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich nicht recht warm mit dem Charakter wurde. Das lag wohl aber weniger am Charakter selbst, sondern mehr an Robert Pattinson, denn Eric war sehr interessant und ausdrucksstark. Den ganzen Film lang hatte Pattinson leider eigentlich nur ein und denselben Gesichtsausdruck und ist eine regelrechte Fehlbesetzung gewesen. Perfekt für diese Rolle wäre eindeutig Ed Westwick. Auch einen jungen Leonardo Dicaprio hätte ich mir gut vorstellen können, aber leider war es Pattinson, dem ich in diesem Film wirklich eine Chance gegeben hatte. Schade, der Streifen hätte mir sicher mehr gefallen, wenn die Darstellung besser gewesen wäre.
Was ich mochte war die Tatsache, dass sie eine ganze Weile über die Kapelle von Mark Rothko gesprochen haben. Ich habe selbst vor ein paar Jahren eine Ausstellung seiner Werke gesehen und konnte dem damals schon nicht viel abgewinnen. Ich bin eine Freundin der guten, alten Kunst. Besonders die Romantik und die Renaissance haben es mir angetan. Mit der neumodernen Art kann ich nichts anfangen und finde sie überbewertet. Ebenso ging es mir auch bei der Rothko Ausstellung und ich musste schmunzeln, als sie im Film darüber philosophierten. Denn es passte irgendwie zu Eric. Die Kunst Rothkos ist ebenso umstritten und irritierend wie das junge Genie selbst. Ein sehr schönes Symbol um seine Psyche besser zu verstehen.
Selbst die Szene am Ende, in welcher er sich selbst verletzt, war passend. Er sehnt sich so sehr danach, etwas zu spüren, etwas zu empfinden, dass er regelrecht in die Arme eines Mörders läuft und den Tod herbeisehnt, nur, um zu hoffen, dass er Leben spürt.
Auch wenn sich das Ende etwas gezogen hat hat es mir sehr gut gefallen und als ausgeblendet wurde habe ich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht. Aber auch das Ende war passend. Völlig offen und strittig.
Daher ist der Film sehr solide und schön philosophisch. Einigen vielleicht zu irritierend, aber ich mag Filme, bei denen ich meinen Grips anstrengen muss.
Lediglich Pattinson war ein großer Fehler und wäre jener nicht gewesen würde dieser Film sicher zu meinen Lieblingen gehören. So bleibt es eine gute, starke Abwechslung zu den üblichen Mainstream-Filmen, mehr aber auch nicht.

Xoxo,

The Princess

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