Anonymus: „The Rest is Silence…“


Als erstes:
Blöd, wenn man sich in Geschichte so gut auskennt wie ich, weil man dann leider schon weiß wie der Film ausgeht!

und

Ich bin deprimiert…. Q____q

Das Publikum:
40+! Ich war bei weitem die Jüngste dort, lag vielleicht aber auch am No-name-Kino. Etwa 40 Leute, in einem Saal für knapp 50, also sehr gut besucht! Wenigstens hat dann keiner genervt, bis auf die Frau die neben mir saß (natürlich!), die meinte die ganze Zeit laut atmen zu müssen. Ich HASSE sowas!

Das Kino:
Wie bereits gesagt, gehört das nicht zu einer großen Kette. Ich wünschte das wäre jedoch so gewesen. Hauptsächlich bin ich dorthin gegangen, weil das Cinemaxx in meiner Nähe den Film nicht zeigt und ich nicht weit fahren wollte.
Dann rief ich also einen Tag vor Vorstellung dort an und frage, wie viel das kostet und ob ich mir eine Karte reservieren lassen könne. Die Dame am Telefon sagte 5 Euro.
Ich habe übrigens auch deshalb gefragt, weil ich ahnte, dass sie keine EC-Karte nehmen, damit ich vorher noch zur Bank kann, weil ich grundsätzlich nie Bargeld dabei habe und immer mit der Kredit- oder EC-Karte bezahle. Gut, holte ich mir also 5 Euro, ging rechtzeitig ins Kino und wollte meine Karte haben. Die Frau jedoch sagte mir, dass es 6 Euro koste (war übrigens eine andere als am Telefon).
Ich sah sie verwundert – und bereits die Wut in mir aufkochend – an und fragte sie ernst, ob ich jetzt umsonst gekommen sei, weil sie – TADA! – tatsächlich keine EC-Karte nehmen. Nach kleiner Diskussion riss sie mir jedoch eine Karte ab.
Da begriff ich: Keine Sitzplatzzuweisung. Super, also um den Platz kloppen!
Die ganzen Alten waren dann auch der Meinung sich so dicht wie möglich vor die Tür zu stellen und zu drängeln. Da ich mir sowas aber nicht gefallen lasse stand ich am Ende als Dritte an.
Ich gebe dem Mann nun also die Karte, da sagt er mir, dass die Karte für den anderen Film ist, ich solle mir jetzt gefälligst den ansehen.
Dann explodierte ich (ja, meine Zündschnur ist nicht lang!). Ich meinte, dass es jawohl nicht angehen kann, dass ich für die Karte bezahlt und sie sogar reserviert hätte und ich den anderen Film nicht sehen wolle und bestimmt nicht weichen würde und sowas alles. Dann hat er mich reingelassen, SIEG!
Ich setzte mich ganz ans Ende einer Reihe, damit keiner auf die Idee kommt, sich neben mich zu setzen, damit ich nicht genervt werde. Aber die Dame schien ein wenig begriffsstutzig und drängte sich samt Freundin durch die Reihe. Da war ich bedient; aber es kam noch schöner. Sobald die sich auch nur im geringsten bewegt hat, wackelte die ganze Bank, weil die Sitze miteinander verbunden waren.. Mein Gott, da gehe ich nie wieder hin! Da bezahle ich lieber 2-3 Euro mehr und gehe in ein Cinemaxx.

Der Film:
Er war…. so schön! Q_Q Im übrigen für alle, die sich nicht so mit Shakespeare auskennen; meine Überschrift ist ein Zitat aus Hamlet, meinem Lieblingsstück von Shakespeare. Meiner Meinung nach passen Hamlets letzte Worte perfekt zu diesem Film.
Ich möchte gar nicht viel von der Geschichte erzählen, da sie sehr viele Überraschungsmomente hat, die ich nicht verderben will. Das hat mir sehr gut gefallen!
Was am Anfang ein bisschen schwierig war, waren die ganzen Namen die aufgetaucht sind. Die konnte man erst nach einer Weile den Gesichtern zuordnen.

Wenn es eines gibt, was ich in Filmen liebe sind es Zeitsprünge, Flashbacks, Szenen auf mehreren Ebenen (Inception war GÖTTLICH! Nur die, die ihn nicht verstanden haben mögen den nicht) etc. Solche Sachen machen einen Film erst interessant.
Umso erstaunter war ich, als der Film damit begann, dass ein Theater im heutigen New York gezeigt wurde 🙂 Er springt aber sehr schnell in die Zeit Shakespeares nach London und die eigentliche Story beginnt.
Nach einer Weile stellte ich fest, dass es gar nicht so sehr um die Sache mit Shakespeare an sich ging. Er ist sogar nur selten aufgetaucht und spielte eine kleine Rolle. Hauptsächlich handelt der Film von Edward de Vere Earl of Oxford, dem Anonymus, und seinem Leben, seinen Beziehungen zum königlichen Hof und der Beziehung zum Schreiben. Und bald gab es wieder einige Zeitsprünge, die sich durch den ganzen Film zogen. Wenn ich mich recht erinnere spielte er auf insgesamt 3 oder 4 Ebenen, wobei mir die Zeit, als er noch ein junger Mann war, am besten gefiel. Wie ich allerdings beim verlassen des Kinosaales bemerkte, haben wieder einige Leute diesen Zeitsprüngen nicht ganz folgen können… Oh man..

Die Kostüme und die Kulissen (in Babelsberg gedreht!) waren beeindruckend, man fühlte sich wirklich zurückversetzt in diese dunkle, dreckige Zeit! Im Gegensatz zu anderen Kritikern bin ich nicht der Meinung, dass es zuviel Kostüm war.

Was mir jedoch nicht so gefallen hat, war der Soundtrack. Meiner Meinung nach gehört zu einem historischen Film immer ein imposanter, erinnerungswürdiger Soundtrack. Der fehlte hier ein bisschen, trug aber genau deshalb zur traurigen und deprimierten Stimmung bei.

Die Story an sich hätte ebenfalls von Shakespeare sein können, solch Dramatik war vorhanden. Am Ende war ich so traurig, dass ich im Auto erstmal ein wenig geweint habe XD‘ Aber wie gesagt, zur Story möchte ich nicht viel erzählen! Sie war von vorne bis hinten spannend, weil man immer wissen wollte, wer nun wen betrügt oder wer sich für wen entscheidet usw.

Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass Rhys Ifans den Oscar erhält! Er spielte seine Rolle mit solch einer Tragik, dass es mir teilweise das Herz brach, wenn ich nur seinen traurigen Ausdruck sah. Dennoch schaffte er es trotz dieser dunklen Wolke, die stets über Edwards Kopf hing, eine Aura des Respektes und des Stolzes auszustrahlen. Ich weiß nicht, wie das möglich war, aber genau diese Schauspielleistung hat den Film so besonders und tragisch für mich gemacht. Mir hat es gegen Ende hin wirklich das Herz zerrissen! 😦 Aber geht es nur mir so oder hat er im Film eine starke Ähnlichkeit mit den Fiennes-Brüdern? Besonders die Augenpartie!
Welche Idee ich auch besonders gut umgesetzt sah, war die Tatsache, dass Vanessa Redgrave Königin Elizabeth in ihren letzten Jahren darstellte und ihre Tochter, Joely Richardson, Königin Elizabeth in jugendlichem Alter. Nette Sache.

Mein Fazit ist absolut positiv, ich würde ihn jederzeit wieder schauen, auch wenn ich die Überraschungsmomente nun weiß.

Und zu dem Thema, ob Shakespeare nun diese Stücke geschrieben hat oder jemand anders. Ich persönlich denke, man wird es ohnehin nie bestätigen oder abstreiten können. Aber mir gefällt der romantische Gedanke, den der Film vermittelt und werde meine Shakespeare-Werke nun sicherlich mit anderen Augen sehen, sollte ich sie noch einmal lesen. Denn sein wir mal ehrlich, genau solch ein Drama passt doch besonders gut zu den Stücken 😉

5 von 5 Historienkrönchen!

Xoxo,

The Princess 

Bild von: critic.de!

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