Dracula, My Love

Nun… zu allererst muss ich sagen, dass ich dieses Buch nur deshalb mitgenommen habe, weil der Titel unglaublich schlecht ist und ich ein Buch auf dem gleichen niedrigen Niveau wie Twilight erwartete. Zum besseren Verständnis; ich verachte diese Vampirreihe.
Demnach habe ich mir „Dracula, My Love“ von Syrie James nur mitgenommen, um darüber zu lästern.

Dass ich es jeh zu Ende lesen würde stand völlig außer Frage.

Mein erster Eindruck schien sich zu bestätigen, da es aus der First-Person-Perspektive geschrieben ist und das für mich meistens beinhaltet, dass das Buch außerordentlich langweilig ist. Es gibt nur wenig gute Bücher die mir jetzt spontan einfallen, welche auch aus jener Sicht geschrieben sind und trotzdem alle anderen überragen. Als erstes wären da natürlich die Sherlock Holmes Bücher. Dann noch die Cicero Reihe von Robert Harris und die Geisha von Arthur Golden. Mehr würden mir nun allerdings nicht einfallen. (Das Original „Dracula“ von Bram Stoker einmal ausgenommen, da es aus vielen unterschiedlichen Sichten geschrieben ist und es so doch interessant zu lesen war.)
Doch jetzt weiter zum Buch.
Da ich ohnehin mit der Bahn fuhr war es der Pünktlichkeit der DB zu verdanken, dass ich sehr viel Zeit hatte Dracula, My Love anzulesen. Die ersten 50 Seiten waren mir eigentlich schon zu langweilig und ich hätte längst aufgehört, hätte ich nicht soviel Zeit gehabt.
Ausnahmsweise ein Dank an die Deutsche Bahn.

Man mag es kaum glauben, aber irgendwann – ich kann nicht einmal mehr sagen wann genau – fing es an mich extrem zu fesseln. Ich konnte es kaum noch aus der Hand legen und wollte unbedingt wissen, ob es tatsächlich so ausging, wie das Original es vorsah. Ich werde natürlich nicht verraten, ob dem so ist, aber man kann soviel sagen: Syrie James schafft es tatsächlich die offenen Fragen und Lücken, die Bram Stoker übrig ließ, schlüssig und spannend zu beantworten und zu füllen.
Das Buch lebt davon, dass man sich immer fragt, ob es wahr ist, was Dracula erzählt und ob Mina das richtige tut, wenn sie ihm glauben schenkt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich sogar jetzt noch nicht allem glauben schenken konnte und immer noch zweifle. Es wäre alles zu schön um wahr zu sein – was dem ganzen seine romantische Note gab und man in einigen Passagen das Leid der beiden Charaktere nachempfinden konnte.
Es bleibt dem Leser selbst überlassen, über das Ende hinaus, auf welche Seite man sich schlägt und das macht dieses Buch zu etwas ganz besonderem.
Meiner anfänglichen Skepsis zum Trotz kann ich nur sagen, dass dieses Buch absolut empfehlenswert ist – auch wenn man das Original von Bram Stoker nicht kennt.
Besonders geeignet ist „Dracula, My Love“ für alle, die genug von den schwächlichen, in der HIgh-School rumlaufenden Vampiren, kleinen, hilflosen Mädchen und ähnlichem haben. Syrie James schafft es das Genre der Vampirgeschichten wieder dahinzubringen, wo es hingehört. In eine mystische, rätselhafte und teilweise gruselige Atmosphäre, fernab von Volvo-fahrenden, glitzernden Exemplaren jener Gattung.

Dieses Buch kriegt 4 von 5 Krönchen von mir. Wäre der Titel ein anderer, hätte es volle Punktzahl gegeben!

Plus:
Dem Leser bleibt die favorisierte Seite selbst überlassen
Vampire, wie sie sein sollen
Keine nervigen Charaktere
Weibliche Hauptfigur mit Intelligenz
Schönes Cover

Minus:
Überaus grausiger Titel
Zu lange Einleitung in die Geschichte

Xoxo,
The Princess

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